Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch!

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Polen, in der Grenzregion zu Brandenburg aufgetreten. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) schließt ein Einschleppen nach Deutschland in der nächsten Zeit nicht mehr aus. Beunruhigend ist, dass die Afrikanische Schweinepest, von Georgien kommend, sich mit ca. 350 km jährlich westwärts bewegt.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und zeigt die gleichen Symptome wie die Klassische Schweinepest (KSP). Der hochansteckende Virus verursacht eine akute Erkrankung mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 100% innerhalb von fünf bis zehn Tagen nach der Ansteckung.

Die wirtschaftlichen Schäden eines Seuchenzuges sind enorm. Neben der Tötung und unschädlichen Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes sowie seiner Kontaktbetriebe werden großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet.

Hoch problematisch ist, dass für die Afrikanische Schweinepest kein Impfstoff zur Verfügung steht. Zudem sind die Übertragungswege schwer zu kontrollieren, denn insbesondere die wachsende Anzahl von Wildschweinen, die sich freizügig über die grünen Staatsgrenzen bewegen, ist hauptverantwortlich für die Verbreitung der ASP. Aber auch (Tier-) Transporte, Personenverkehr, sowie Jäger, die ihrer Passion in Osteuropa nachgehen, spielen bei der Übertragung eine Rolle.

Auch Wachsamkeit und Prävention bieten keinen 100%igen Schutz gegen einen Seucheneinbruch. Sollte es zu einem Seuchenzug kommen, sind die Auswirkungen gravierend.

Versicherungen zur Absicherung finanzieller Folgen bei ASP – Afrikanische Schweinepest

Wie kann ich mich versichern?

  Tier-Ertragsschadenversicherung (Wartezeit 3 Monate) ASP-Ernteversicherung (Wartezeit 1 Monat) Tierseuchenversicherung für Biogasanlagen (Wartezeit 3 Monate)
Schweineproduktion Ja Ja ---
Rinder- und Geflügelproduktion --- Ja ---
Ackerbau/Feldfrüchte --- Ja ---
Alle Biogasbetriebe     Ja
Angebot anfordern Tierertragsschaden.pdf Ernteschutz.pdf Biogas.pdf

Tierertragsschaden-Versicherung

Im Ernstfall werden nicht nur Betriebe gesperrt und erkrankte und seuchenverdächtige Tierbestände getötet, sondern es werden auch großräumige Sperrzonen eingerichtet und Tiertransporte unterbunden.
Das finanzielle Risiko der Landwirte ist deshalb enorm. Einerseits gehen wertvolle, aus langer züchterischer Leistung entstandene Tierbestände verloren und zudem brechen Umsätze weg. Es entstehen zusätzliche Kosten für Tierarzt, Medikamente, Desinfektion der Ställe etc., so dass je nach Betroffenheit und persönlicher Situation die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe und deren Familien auf dem Spiel stehen.

Die Tierseuchenkassen leisten mit Entschädigungszahlungen nur dann, wenn die Seuche auf dem Betrieb ausgebrochen ist und Tiere verenden oder getötet werden müssen. Erlösausfälle und Mehrkosten müssen die Landwirte hingegen selbst schultern. Die finanziellen Nachteile gelten natürlich auch für Betriebe, die indirekt betroffen sind, weil sie in einem Sperr- oder Beobachtungsgebiet liegen. Mit Ausnahme der Keulung, so lautet der Fachbegriff für die Tötung der Tiere, unterliegen mittelbar betroffene Betriebe nahezu den gleichen Restriktionen wie Seuchengehöfte.
In der Tier-Ertragsschaden-Versicherung sind alle anzeigepflichtigen Tierseuchen (auch Afrikanische Schweinepest) versichert. Darüber hinaus können z. B. auch übertragbare Tierkrankheiten, Kontamination durch Schadstoffe oder Unfall im Tierbestand zusätzlich abgesichert werden. Wir empfehlen grundsätzlich für alle Betriebe der Schweine-, Rinder- und Geflügelproduktion eine Tier-Ertragsschadenversicherung. Die Wartezeit zur Aktivierung des Versicherungsschutzes beträgt 3 Monate.

ASP Ernteversicherung

Kommt es zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Wildschwein-beständen, kann die Bezirksregierung Maßnahmen für die Nutzung und Bearbeitung landwirtschaftlicher (land- oder forstwirtschaftlicher) Nutzflächen einschränken oder verbieten oder das Anlegen von Jagdschneisen anordnen.

Im Falle einer solchen behördlichen Anordnung besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Ersatz des hierdurch entstehenden Aufwandes des Schadens. Derzeit ist noch unklar welcher Zeitpunkt für die Wertermittlung des Schadens maßgeblich ist und wann mit der Auszahlung nach Schadenfeststellung zu rechnen ist.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit sich zusätzlich mit einer ASP Ernteversicherung abzusichern. Die Wartezeit zur Aktivierung des Versicherungsschutzes beträgt 1 Monat.

Tierseuchenversicherung für Biogasanlagen

Liegt ihr Betrieb im Sperr- oder Beobachtungsgebiet und kommt es zu behördlichen Auflagen kann dies z. B. zu einem Rückgang/Ausfall der Umsätze bei der Strom, Gas, Wärmeproduktion etc. führen. Höhere Kosten können z. B. für den Zukauf von Substrat entstehen, wenn Flächen gesperrt sind.

Eine Absicherung ist möglich infolge von

  • Verminderung der Biogas-Produktionsleistung
  • Unterbrechung oder Ausfall des Produktionsverfahrens der Biogasproduktion

sofern der Ertragsschaden durch eine anzeigepflichtige Tierseuche (gemäß Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen) verursacht ist

Bei Fragen zu den genannten Absicherungsmöglichkeiten wenden Sie sich bitte an unseren Außendienst an den Geschäftsstellen oder direkt an unseren Spezialisten in unserer Zentrale in München,
Herrn Erik Kunert: Tel.: 089 / 54 43 56-16.

Weitere Informationen zu ASP finden Sie auf der Homepage des Friedrich-Löffler-Instituts, https://www.fli.de/de/home/